„Schwarze Kunst“: Die Geschichte des Druckgewerbes

Druckmaschine
Bleisatz
Druckmaschine

Faszinierende Welt des Druckgewerbes

Unsere Druckwerkstatt wurde 1994 von Liebhabern alter Drucktechniken gegründet mit dem Anliegen, das alte Handwerk nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und die Tradition Gutenbergs fortzusetzen. Die alten Maschinen und Geräte sollten weiterhin benutzt werden, um das traditionelle Handwerk möglichst authentisch zu vermitteln. Neben dem konsequenten Weg in
Richtung einer „pädagogischen Druckwerkstatt“ wurde deshalb 2003 im Stadt-
museum Mosbach eine Abteilung zur Druckgeschichte eingerichtet.

Die in der Hospitalscheune präsentierten Zeugen des historischen Druckgewerbes bieten einen faszinierenden Einblick in die Welt des traditionellen Buch- und Zeitungsdrucks.

Der kultur- und wirtschaftshistorischen Bedeutung des Themas entsprechend werden seltene Exponate zur Setzerei- und Druckereinrichtung, Hand- und Schnellpressen sowie verschiedene Bleisetz- und Gießmaschinen gezeigt.

Blei- und Holzschriften aus dem Bereich der Handsetzerei, Druckstöcke mit stadtgeschichtlichem Bezug sowie Objekte zur Mosbacher Zeitungsgeschichte runden den Bestand ab.

Das technische „Highlight“ der Ausstellung – eine große Druckmaschine für die Zeitungs- und Buchherstellung aus dem Jahr 1890 – ist wie die meisten der präsentierten Maschinen voll funktionsfähig. Somit wird die Arbeitswelt des Druckgewerbes wieder lebendig, denn in den heutigen Druckereien sind die Maschinen aus der Zeit um 1900 längst verschwunden.

Die Abteilung Druckgeschichte zeigt anschaulich die 550-jährige Entwicklung von Gutenberg bis zum Ende der Bleizeit.

Von Gutenberg bis „Linotype“

Die revolutionäre Idee der Herstellung von einzelnen Bleilettern als bahnbrechende Erfindung Gutenbergs ist ebenso Thema der Ausstellung wie die ab 1800 entwickelten mechanischen Druckpressen. „Einfacher – Schneller – Mehr“: das Motto des industriellen Druckgewerbes spiegelt sich ebenfalls wider.

So ist die Setzmaschine „Linotype“ ein seltenes Beispiel für den frühen Maschinensatz, erstmals von Ottmar Mergenthaler aus Bad Mergentheim im Jahre 1884 konstruiert. Ganz nebenbei erfährt der Besucher auch, wie die „Linotype“ zu ihrem Namen kam.